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 TV/Kino NewsDonnerstag, 11. Februar 2010 um 11:27:05
Same Same But Different
von Sina Burger

Detlev Bucks Drama gewann bereits den Variety Piazza Grande Award beim Internationalen Filmfestival 2009 in Locarno. War unsere Kino-Kritikerin Sina Burger auch begeistert?

Zwei Hamburger Abiturienten aus gutbürgerlichem Hause bereisen Südostasien und lernen in Kambodscha die Niederungen der Welt kennen. Zwischen Kiffern, Koksern, Huren und verrückten Aussteigern lässt sich Ben (David Kross) von der kambodschanischen Prostituierten Sreykeo (Apinya Akuljaroensuk) verführen und verfällt ihrer Faszination.

Sie stellt ihm ihre mittellose Familie inklusive ihrer kümmerlichen Behausung vor und verlangt immer wieder Geld von ihm. Der naive Ben, der bisher nur die behütete Welt seines Elternhauses kannte, zahlt bereitwillig und hat auch kein Problem mit Sreykeos HIV-Infektion. Doch kann diese ungewöhnliche Liebesgeschichte wirklich gut ausgehen?

Voller Gesellschaftskritik und Idealismus…

Detlev Bucks neues Werk fasziniert mit betörenden Bildern aus Vietnam und Kambodscha. Die Romanze zwischen den Protagonisten reißt den Zuschauer zwischen Empörung, ungläubigem Staunen und romantischer Versuchung hin und her. Nicht zuletzt erzählt der Film aber auch von den kulturellen Unterschieden zwischen einem Entwicklungsland und dem Wohlstandstaat Deutschland. Buck verdeutlicht diese ganz aus der Sicht des idealistischen Ben: Für den 20-Jährigen scheint „alles so klar“ zu sein, “that you have to get smashed in the head“, wie Ben seiner Sreykeo zu erklären versucht.  „Same Same But Diffent“ ist die Geschichte einer widerlich ungerechten Welt, die von der Kluft zwischen unehrlicher Armut und verlogenem Überfluss bestimmt wird.

Wie Ben seine Erlebnisse innerlich verarbeitet, wird nicht thematisiert und das ist die große Schwäche des Films. Mit den Emotionen seiner Hauptpersonen beschäftigt er sich nicht in der Tiefe, das erwartete große Gefühlskino findet weitgehend nicht statt.

So bleibt es bei einem jugendlich-idealistischer Männerfilm, der aber gerade durch sein Schweigen emotional provoziert. Die Dramatik liegt in der grausamen Realität. Der Zuschauer wird geschockt, ohnmächtig und mit blutendem Herz zurückgelassen.

Fazit: Emotional herausfordernd und gnadenlos realitätsnah. (sb)

Laufzeit: 104 Minuten
FSK: ab 6 Jahren
Regie: Detlev Buck
Drehbuch: Ruth Toma, Detlev Buck
Darsteller:  David Kross, Apinya Sakuljaroensuk u.a.
Produktion: Deutschland, 2009
Kinotstart: 21/01/10

Link: www.samesame-themovie.com

Fotos: Delphi


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