Die Einschaltquoten waren wieder spitzenmäßig, als RTL am vergangenen Samstagabend die erste Live-Sendung der aktuellen „Deutschland sucht den Superstar“-Staffel ausstrahlte: Die „Jetzt oder nie“-Top-15-Show kam auf insgesamt 6,13 Millionen Zuschauer.
Alles andere als spitzenmäßig waren dagen die gesanglichen Leistungen der Kandidaten. Vor allem die weiblichen Teilnehmerinnen versuchten, stimmliche Defizite durch viel nackte Haut und sexy Posen zu überspielen. Selbst Bohlen musste bei dieser mageren Talentausbeute seine Ansprüche ändern und erklärte, dass man ja keinen „Supersänger“, sondern einen „Superstar“ suche. Dieser müsse nicht zwangsläufig gut singen können.
Die drei starken M-Männer…
Doch es gab auch Lichtblicke in dem sonst arg anstrengenden Karaoke-Spektakel: Menowin Fröhlich überzeugte mit einer gefühlvollen Interpretation des Klassikers „I`ll Be There“ von Jackson 5, der für seine soulige Stimme wie geschaffen war. Auch Mehrzad Marashi machte die Show mit „Und wenn ein Lied…“ von den Söhnen Mannheims wenige Minuten erträglich. Gleiches gilt für den Kandidaten Manuel Hoffmann, der sein Gesangstalent bei Milows „You Don`t Know“ unter Beweis stellte.
Diese drei mit Abstand besten Sänger des Abends wurden für ihre Leistungen belohnt und direkt vom RTL-Publikum in die Mottoshows gewählt. Ebenfalls weiter sind Nelson Sangare, Thomas Karaoglan und Helmut Orosz, die solide Auftritte ablieferten. So viel gesangliche Sicherheit und Professionalität wie Menowin, Mehrzad und Manuel legten die drei Kandidaten allerdings nicht an den Tag.
Nackte Tatsachen von Steffi…
Von den verbliebenen Kandidatinnen wählten die Zuschauer lediglich Kim Debkowski unter die besten sieben Supersternchen, die ein Ticket für die erste Mottoshow erhalten sollten. Nach einem sehr dünnen Auftritt mit dem Song „Can`t Fight The Moonlight“ hatte die 17-Jährige dies aber nicht unbedingt verdient. Auch die Juroren Dieter Bohlen, Nina Eichinger und Volker Neumüller zeigten sich enttäuscht, war Kim in den Vorab-Castings doch immer mit ihrer kräftigen Röhre aus der Masse herausgestochen.
Blondine Stefanie Landerer blieb sich dagegen treu und setzte weiterhin voll und ganz auf ihre Oberweite, die sie in einem knappen Leder-Outfit zur Schau stellte. Dazu rakelte sie sich auf einem Motorrad und stöhnte „I Love Rock`n`Roll“ in der Version von Britney Spears. Auch die alleinerziehende Mutter Ines Redjeb spielte mit ihren optischen Reizen, um von den vielen tonalen Aussetzern beim Dance-Hit „Release Me“ abzulenken. Kandidat Marcel Pluschke trällerte bemüht „Country Roads“ und versuchte, sich dabei auf einem elektrischen Bullen zu halten: Eine ungewollt komische Einlage!
Jury wollte nichts entscheiden…
Steffi, Ines und Marcel haben es der Jury zu verdanken, dass sie trotz dieser peinlichen Auftritte noch einmal in der ersten Mottoshow singen dürfen. Bohlen, Eichinger und Neumüller verzichteten auf ihr Privileg, die weiteren drei Kandidaten für die Top 10 zu bestimmen. Stattdessen entschieden sie sich dafür, auch hier das Televoting-Ergebnis heranzuziehen.
Die Zuschauer sahen Stefanie, Ines und Marcel auf den Plätzen 7 bis 10. Wie viele Telefonstimmen jeder Kandidat genau bekommen hat, bleibt aber bis nach dem DSDS-Finale geheim. Am Ende kann es wie immer nur einen geben, der nach einem Bohlen`schen Nummer-1-Hit schnell wieder in der Versenkung verschwindet.
Für Celine Denefleh, Naomi Marte, Maria Elena Valencia, Dirk Petry und Kevin Reichmann ist der DSDS-Spuk schon vorbei – sie sind am Samstag ausgeschieden. Dabei hätten diese Kandidaten bis auf Tanztalent Kevin, der Justin Timberlakes „Senorita“ ganz ordentlich vortrug, Bohlens aktuelle Superstar-Anforderung bestens erfüllt: Mit gutem Gesang hatte das verzweifelte Tönesuchen nichts zu tun...
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Fotos: RTL / Stefan Gregorowius