Leona Lewis sollte sich warm anziehen. Es droht große Konkurrenz! Diese wurde genau wie Leona in der britischen Castingshow „X-Factor“ entdeckt, heißt Alexandra Burke und bringt mindestens genau so viel Stimmgewalt mit.
Doch anders als ihre Vorreiterin legt die 21-Jährige auf ihrem Debütalbum nicht so viel Wert auf große Balladen, auch wenn ihre gefühlvolle Röhre dabei natürlich bestens zur Geltung kommt. Mit dem hymnischen „The Silence“ und den pianesken Songs „Overcome“ und „They Don’t Know“ haben es gerade mal drei Schmachtfetzen auf die Scheibe geschafft – die weihnachtliche Coverversion von Leonard Cohens „Hallelujah“ nicht mitgezählt. Diese fungierte als Burkes Siegersong bei „X-Factor“ und schoss im Dezember 2008 direkt auf Platz 1 der britischen Charts.
Clubkracher statt Balladen…
Für den Longplayer durfte sich die Newcomerin, anders als die Castingsternchen hierzulande, richtig viel Zeit lassen. Es erschien in ihrer Heimat gut zehn Monate nach ihrem Triumph in der Castingshow. Mit Erfolgsproduzenten wie RedOne (Lady Gaga, Backstreet Boys) und Stargate (Whitney Houston, Ne-Yo) suchte Burke lange nach dem für sie passenden Sound.
Zuerst bastelte sie an Songs im Motown-Stil: Die soulig-schmissigen Titel „Burry Me (6 Feet Under)“ und „You Broke My Heart“ haben es noch auf die CD geschafft. Doch eine neue Amy Winehouse wollte die Londonerin schließlich doch nicht aus sich machen lassen. Mit tanzbaren Clubtracks im Stil der ersten Single „Bad Boys“ mit US-Rapper Flo Rida konnte sich Alexandra wohl mehr anfreunden. Sie machen einen Großteil des Albums aus.
Starke Stimme und viele Hits…
Trotz der stark elektronischen Produktion inklusive stampfender Beats und schräger Synthies kann sich Burke jederzeit mit ihrem Gesang durchsetzen. Ihre markante Stimme wertet selbst arg primitive Euro-Dance-Nummern wie „Dumb“ und „Nothing But The Girl“ auf. Wer mit so viel Talent wie Alexandra gesegnet ist, würde vermutlich auch mit einer Techno-Version von „Alle meine Entchen“ einen Hit landen.
Apropos: Das basslastige „Good Night Good Morning“, ein Duett mit R`n`B-Sänger Ne-Yo, die eingängige Partynummer “All Night Long” sowie der Dancehall-Knaller “Broken Heels” haben ebenfalls das Zeug zu erfolgreichen Chartsstürmern. Ohne Frage - Alexandra Burke ist auf dem besten Weg, DER neue Pop-Superstar zu werden.
Fazit: Starke Stimme, starkes Debüt! (mb)

Anspieltipps: „The Silence“, „Broken Heels“, „Good Night Good Morning“
Für Fans von: Leona Lewis, Kelly Clarkson, Whitney Houston, Toni Braxton
Playlist:
01. Bad Boys feat. Flo Rida
02. Good Night Good Morning feat. Ne-Yo
03. The Silence
04. All Night Long
05. Bury Me (6 Feet Under)
06. Broken Heels
07. Dumb
08. Overcome
09. Gotta Go
10. You Broke My Heart
11. Nothing But The Girl
12. They Don't Know
13. Hallelujah
VÖ: 19/02/10 (Sony)
Link: www.alexandraburkeofficial.com
Fotos: Miguel Reveriego / Sony Music