Das Tolle an Indiebands: Sie klingen nicht so schrecklich glatt gebügelt wie die Kollegen mit dem Major-Deal. Es ist ein echter Glücksfall, dass das Punkkrock-Quartett Benzin nach Ende ihres alten Plattenvertrages wieder bei einem kleinen Label untergekommen ist – nämlich bei mossBeach music in Hamburg.
So dürfen Frontmann Sebastian Schwaigert, Bassist Simon Schwaigert, Gitarrist Andy Wolf und Drummer Marc Huttenlocher auf ihrem nunmehr dritten Album „Streichholzschachtelmasterplan“ weiterhin ganz ungezwungen und unangepasst schrammeln und lärmen.
Punk – auf den Punkt gebracht…
Die 13 neuen Songs, darunter die erste Single „Bewegung“, machen ordentlich Druck und überzeugen durch einen robusten Live-Sound. Die Produzenten Thimo Strobel (Itchy Poopzkid) und Kai Blankenberg (Die Toten Hosen, Sportfreunde Stiller) haben die Songs ganz schnörkellos gelassen:
Die knackigen Punkkracher sind direkt auf den Punkt produziert und dauern allesamt kaum länger als drei Minuten. Das Tempo bleibt fast durchgehend angezogen. Eine kleine Verschnaufpause ist lediglich bei „Herbst“ und „Fünfzehn“ angesagt, wenn sich Benzin von ihrer nachdenklich-ruhigen Seite zeigen.
Das Markenzeichen der Band sind jedoch tobende Nummern wie der mitreißende Opener „Stopp“ und das aggressive „Europa“, die rebellisch und kraftvoll abrocken. Kleiner Wermutstropfen: Bei der lautstarken und wirklich guten Gitarrenarbeit geht der Gesang zuweilen etwas unter.
Fazit: Punkfans, tankt Benzin! (mb)

Anspieltipps: „Europa“, „Fünfzehn“ „Augen auf Ohren auf“
Für Fans von: Beatsteaks, Madsen, Die Ärzte
Playlist:
01. Stopp
02. Bewegung
03. Alles was du sagst
04. Ich Ich Ich
05. Indiestar
06. Europa
07. Augen auf Ohren auf
08. Hol mich hier raus
09. Das Beste
10. Herbst
11. Streichholzschachtelmasterplan
12. Mein Chaos ist dein Chaos
13. Fünffzehn
VÖ: 19/02/10 (mossBeach music)
Link: www.meinbenzin.de