Jess (Lisa Chappell) und ihr Mann Rob (Robert Taylor) versuchen verzweifelt, Nachwuchs zu bekommen. Eine Sperma-Analyse soll Aufschluss darüber geben, ob das Paar überhaupt dazu in der Lage ist, auf natürlichem Wege ein Kind zu zeugen. Rob passt die Untersuchung so überhaupt nicht in den Kram, sieht er darin doch seine Männlichkeit angezweifelt.
Die Angelegenheit entwickelt sich mehr und mehr zur Ehekrise, die schließlich in einem schlimmen Streit eskaliert. Jess ist fix und fertig und betrinkt sich aus lauter Frust in der Dorfkneipe. Danach trifft sie ausgerechnet auf den Hilfsarbeiter Evan (Sam Parsonson), der schon eine Weile ein Auge auf die hübsche Meeresbiologin geworfen hat.
Es kommt, was kommen muss: Nach dem One Night Stand mit dem jungen Mann fällt der nächste Schwangerschaftstest positiv aus. Noch schlimmer: Evan entpuppt sich als psychopathischer Stalker und läuft Amok. Als Jess ihrem Mann ihren verhängnisvollen Seitensprung beichten will, scheint es schon zu spät…
Falsche Versprechungen…
„Coffin Rock“ wird als „Horror-Schocker“ beworben – mit der viel versprechenden Referenz „von den Machern von `Wolf Creek`“. Genre-Fans, die deshalb zu der Direct-to-DVD-Veröffentlichung greifen, dürften bitter enttäuscht werden. Die Low-Budget-Produktion von Regisseur und Drehbuchautor Rupert Glasson sollte mehr als Psychodrama mit Thriller-Elementen bezeichnet werden.
Zwar spritzt zum Showdown durchaus etwas Blut. Doch eine Szene, in der Evan die Zähne fletscht und der Protagonistin kurzerhand ihr Tattoo herausbeißt, bleibt die brutalste und hat wohl zu der FSK-Freigabe ab 18 Jahren geführt. Ansonsten passiert in der ersten Filmhälfte erstmal recht wenig, zumindest nichts Spannendes:
Gefrustete Ehefrau, die sich sehnlichst ein Baby wünscht, schläft im Suff mit einem zwielichtigen Jugendlichen und wird schwanger. So was kommt in den besten Soaps vor und hätte sich so oder so ähnlich auch in der australischen Serie „McLeods Töchter“ zutragen können, in der Lisa Chappell eine der Hauptrollen spielte. Keine wirklich große Herausforderung für den drama- und leidenserpobten TV-Star!
Klischeehafter Bösewicht…
Mehr anstrengen muss sich Jungschauspieler Sam Parsonson, der gleichzeitig charmanter Jüngling und traumatisierter Psychopath sein soll. Leider ist sein Charakter so dermaßen durchschaubar angelegt, dass die Figur des Evan trotz aller Mühe des Newcomers farblos und oberflächlich bleibt.
Warum hätte Evan nicht einfach ein geheimnisvoller, durchgeknallter Stalker sein können – ohne großartige Erklärungen? Aber nein: Sein krankes Verhalten und seine Wutausbrüche werden in kurzen Flashbacks und imaginären Telefonanrufen mit einer offenbar gestörten Beziehung zu seinem Vater begründet. Mehr Klischee geht nicht, mehr Spannung wäre allerdings wünschenswert gewesen.
Lediglich die kalten Landschaftsbilder und die abwechslungsreiche Kameraführung schaffen es, eine unheimliche Grundstimmung aufzubauen. Ein Horror-Schocker ist „Coffin Rock“ aber deshalb noch lange nicht. Interessanter als der Film ist tatsächlich das ausführliche Making-of.
Zugegeben, der Cover-Aufdruck „Spannender Blick hinter die Kulissen eines zähen Thrillers“ wäre als Werbeslogan nicht so wirklich verkaufsfördernd…
Fazit: Schön fotografierter, aber sehr durchschaubarer Thriller! (mb)

Extras: Trailer, Making-of
FSK: ab 18 Jahren
Darsteller: Lisa Chappell, Robert Taylor, Terry Camilleri u.a.
Regie: Rupert Glasson
Drehbuch: Rupert Glasson
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 2.35:1 (16:9)
Laufzeit: 89 Minuten
Produktion: Australien, Großbritannien, 2009
VÖ: 05/03/10
Fotos: Koch Media